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Freitag, den 16. Dezember 2011 um 11:21 Uhr Jenseits des Monopoly-Spielens: Mit eigener Orientierung die Realwirtschaft weiterentwickeln - IAI veröffentlicht Jahresbericht 2011/12Angesichts der derzeitigen Finanz- und Eurokrise verblasst die sonst übliche Innovationsrhetorik. Es wird kaum mehr über die Schwächen des Innovationsstandortes Deutschland räsoniert oder über Bildungsgipfel berichtet, sondern die Rettung der Geschäftsbanken mit ihren aus den Fugen geratenen Geschäftsmodellen dominiert alles. Wie konnte das passieren? Sicherlich kann man die Zusammenhänge, die die Finanz- und Eurokrise verursacht haben, analytisch durchdringen und über die Effekte unterschiedlicher Rettungsmaßnahmen philosophieren. Fast interessanter sind jedoch die Positionierungen einzelner Institutionen. Wenn Ratingagenturen Volkswirtschaften mit einer Herabstufung ihres Ratings drohen oder wenn manche Banker Finanzprodukte forcieren, mit denen sich gerade in der Krise gute Geschäfte machen lassen, dann signalisiert das ein neues Verständnis des Wirtschaftslebens. Scheinbar akzeptiert, spricht man inzwischen ungeniert von dem „Rest“ als Realwirtschaft und anerkennt, dass sich eine andere Form von Wirtschaft etabliert hat, die offensichtlich jenseits des Realen liegt.Neben dem wertschöpfenden Wirtschaftssektor ist Raum entstanden für Monopoly-Spieler. Ohne zum Teil noch Bezüge zur Realwirtschaft zu haben und bei einem zunehmenden Auseinanderfallen von Risiko und Haftung, das Raum für die Privatisierung von Gewinnen und Sozialisierung von Verlusten schafft, lassen sich in der Irrealwirtschaft gute Geschäfte machen. Auf die Gefahren dieses Monopoly-Spielens hat der Gründer des Instituts für angewandte Innovationsforschung Professor Dr. Dr. Erich Staudt, der in diesem Jahr 70 Jahre alt geworden wäre, bereits 2002 hingewiesen. Mit dem diesjährigen Jahresbericht wollen wir seine Warnungen aufgreifen und in seinem Sinne Impulse zur Stärkung der Realwirtschaft liefern. Der Jahresbericht ist hier online abrufbar. Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und bedanken uns bei unseren Unterstützern und Förderern, aber auch bei all denen, die unsere Arbeit im kritischen Dialog weiter stärken. Für das IAI Bernd Kriegesmann |




