Facility Management:
Ein 800-Milliarden-Markt steht zur Umverteilung an – Der Kampf um Marktanteile hat begonnen

Facility Management revolutioniert einen 800-Millarden-Markt. Massive Wachstumserwartungen und Kostenreduzierungen von bis zu 30 Prozent verändern die Branchen rund um die Immobilie. Nicht nur Architekten, Gebäudeausstatter oder Service- und Handwerksbetriebe, sondern auch Versorgungsunternehmen weichen bisherige Branchengrenzen auf. Völlig neue Konstellationen entstehen. Klassische Anbieter rutschen in Marktnischen ab, und Newcomer erschließen ungeahnte Wachstumschancen. „Das Monopoly-Spiel um den Milliarden-Markt hat begonnen", sagt Prof. Staudt, Leiter einer Studie, die nun die Entwicklungen auf dem facettenreichen Feld Facility Management transparent macht.

Facility Management ist das „Zauberwort", mit dem isolierte Teilleistungen rund um die Immobilie integriert werden. Nicht nur die Badsanierung aus einer Hand, sondern auch das komplette Gebäudemanagement einer Veranstaltungshalle oder eines Verwaltungs-gebäudes stehen im Blickpunkt. Zur Zeit besteht aber Verunsicherung über die organisatorischen Lösungsformen, mit denen man sich als Unternehmen in diesem Feld erfolgreich einen Platz suchen bzw. sichern kann. Als erste erheben investitionsfreudige, z.T. branchenfremde Großunternehmen den Anspruch, mit einem Neuverschnitt klassischer Angebote von Handwerkern und anderen Dienstleistern Systemleistungen anzubieten, die komplexe Kundenprobleme lösen.

Alleine mit der Siemens Building Technologies (SBT) formiert sich ein potentieller „Komplettanbieter" mit einem Jahresumsatz von rund 7 Milliarden DM, und nach der Fusion der Zander Klimatechnik mit Meissner & Wurst führt die Jenoptik gemessen an Umsatz und Mitarbeiterzahl nach eigenen Angaben eine der zehn größten Gruppen im Anlagenbau und Gebäudemanagement der Welt in den Reihen ihres Konzerns. Mit immensem Aufwand wird fieberhaft versucht, lukrative Claims eines sich entwickelnden Marktes abzustecken. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf etablierte Anbieter. Viele Unternehmen nehmen die Entwicklungen nur bruchstückhaft war, verharren regungslos in tradierten Strukturen von Einzelgewerken oder spezialisierten Dienstleistern. Fatalistische Verhaltensweisen bedeuten aber über kurz oder lang das „Aus" am Markt.

Die Studie des Instituts für angewandte Innovationsforschung aus Bochum zeigt, daß der „800-Milliarden-Kuchen" auf den Märkten rund um die Immobilie

  • zu einem Drittel durch neue Wettbewerber besetzt und
  • zu einem Drittel durch Automation und Rationalisierung reduziert wird, aber
  • nur das letzte Drittel für Nischenbesetzer aus überkommenen Strukturen verbleibt.

Auf diesem Kampfplatz hängt die Wettbewerbsfähigkeit der betroffenen Unternehmen entscheidend davon ab, inwieweit es gelingt, durch Sach- und Dienstleistungsinnovationen neue Felder zu erschließen bzw. bestehende Bedarfe durch Rationalisierung, Automatisierung und Prozeßinnovationen effektiver und effizienter zu decken. Die Kundenprobleme und nicht mehr tradierte Gewerke- oder Branchengrenzen bestimmen den zukünftigen Facility Management Markt.

Somit wird Facility Management zu einer typischen Innovationsszenerie: Einem Prozeß der schöpferischen Zerstörung. Offen ist, wer zu den Gewinnern und wer zu den Verlierern gehören wird.


Weitere Informationen zur Studie „Staudt/Kriegesmann/Thomzik: Facility Management – Der Kampf um Marktanteile beginnt" erhalten Sie vom Institut für angewandte Innovationsforschung e.V., Bochum unter der Tel.-Nr. 0234/97117-0.


Aus dem Inhalt:
Rund um die Immobilie: Schlecht organisierte Suboptimalität – Facility Management: Schlagwort oder neue Strukturen? – Der Kampf um den Markt für Facility Management – Die Dimensionen des Wachstumsmarktes – Die Strategie der Systemleistung Facility Management – Kooperation als Strategie zur Formierung von Systemleistungen – Gewinner und Verlierer – Vom Fragmentarischen zur Systemleistung – Boom oder Illusion?