Wissenschaftler fordern Kultur der Innovation in NRW -
Zur Kultur gehört auch der Mut für den Aufbruch zu Neuem

Die Wahl Essens zur Kulturhauptstadt Europas 2010 hat viel Euphorie im Ruhrgebiet aufkommen lassen. Die „Förderung kreativen Schaffens“ – eines der EU-Kriterien für die Wahl der Kulturhauptstadt – wird in der öffentlichen Wahrnehmung aber allzu oft auf zweifelsfrei wichtige Felder wie Künstlersiedlungen, Theaterlandschaften oder Industriedenkmäler reduziert. Und das, obwohl die gefeierten kulturellen Errungenschaften von heute oft ihre Grundlagen in Bereichen haben, die man nicht unbedingt mit Kultur in Verbindung bringt. Wichtige kulturprägende Impulse kamen immer wieder aus technischen Innovationen und ihrer Verwertung. So ist etwa die Industriekultur im Ruhrgebiet Ergebnis technischer Entwicklungen rund um Kohle und Stahl – begründet in einer Zeit, in der Unternehmer mutig neue Wege gegangen sind. Die Förderung kultureller Milieus, die einen derartigen Aufbruch zu Neuem ermöglichen, ist in den letzten Jahren – so scheint es – aus dem Blick geraten. So wundert man sich über die diagnostizierte Innovationsschwäche und sucht die Erklärungen in Risikokapitalmangel, Überregulierung oder „ungünstigen“ Rahmenbedingungen. Dass die vermeintlich weichen Faktoren – Facetten einer Innovationskultur in Nordrhein-Westfalen – zentrale Ursache eines verzögerten Strukturwandels sein können, erscheint weithin unterschätzt. Wie man Innovation kultivieren kann, stand daher im Zentrum einer Fachtagung des Instituts für angewandte Innovationsforschung (IAI) an der Ruhr-Universität Bochum in der rewirpower-Lounge des Ruhrstadions in Bochum.

(PDF) Pressemitteilung