Handwerk und Stadtwerke:

Kooperationen „auf gleicher Augenhöhe“ haben sich bewährt / Bündnis sichert mit Auftragsvergaben von 1,4 Milliarden EURO 15.000 Arbeitsplätze im NRW-Handwerk / Etablierte Partnerschaften geraten durch branchenfremde und ausländische Großunternehmen unter Druck / Studie des IAI belegt Ausbaupotential der Zusammenarbeit

Der Wettbewerb in den Energiemärkten, aber auch im Bereich versorgungsnaher Dienstleistungen nimmt zu. Scheinbar gesicherte Positionen vieler Stadtwerke und Handwerksbetriebe geraten unter Druck. Ein Ansatzpunkt, diese gemeinsame Herausforderung anzugehen, liegt in der Kooperation. Hier können Stadtwerke und insbesondere Handwerksbetriebe der Elektro- und Sanitär-Heizung-Klima-Gewerke auf einer langen Tradition aufbauen. Eine aktuelle Studie des Instituts für angewandte Innovationforschung e.V. (IAI) in Bochum zeigt, welche Entwicklungsmöglichkeiten in der Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Stadtwerken bestehen, um wechselseitig Kundenbindung zu erhöhen, traditionelle Wertschöpfungsanteile gegenüber neuer Konkurrenz zu verteidigen und auch neue Teilmärkte zu erobern.

Stadtwerke und Handwerk verbindet eine in Jahrzehnten gewachsene Arbeitsteilung. Stadtwerke sind heute mit einem Auftragsvolumen von ca. 1,4 Milliarden Euro bedeutender Auftraggeber für das nordrhein-westfälische Handwerk. Das sichert auch in konjunkturell schwierigen Zeiten ca. 15.000 handwerkliche Arbeitsplätze. Neben diesen Auftragsvergaben bestehen aber auch stabile Kooperationsbeziehungen zwischen diesen Akteursgruppen: Entgegen einer allgemein zurückhaltenden Kooperationsneigung mit Partnern außerhalb des Handwerks kooperieren 43,8 Prozent der Elektrotechniker sowie Installateur und Heizungsbauer in Nordrhein-Westfalen mit den Stadtwerken. Nur für 2,2 Prozent der befragten Handwerksbetriebe kommt eine zwischenbetriebliche Zusammenarbeit mit Stadtwerken grundsätzlich nicht in Frage.

Doch die insgesamt als vorteilhaft eingestufte Arbeitsteilung zwischen Handwerk und Stadtwerken steht vor neuen Herausforderungen. Als wichtigste gemeinsame Herausforderung werden neben branchenfremden und ausländischen Anbietern vor allem überregionale Anbietergruppen gesehen, die sich zunehmend auf den Weg machen, in den traditionellen Domänen von Stadtwerken und Handwerk Wertschöpfungsanteile zu erobern. Avisierte Gegenstrategien von Stadtwerken und Handwerk sind in zahlreichen Bereichen wie bspw. im Contracting oder im Gebäude- und Facility Management deckungsgleich.

„Das Potential für eine Zusammenarbeit zwischen Stadtwerken und Handwerksbetrieben ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft“, sagt der Leiter des IAI, Prof. Dr. Bernd Kriegesmann. „Die Weiterentwicklung von Kooperationen ‚auf gleicher Augenhöhe‘ bietet für beide die Möglichkeit, mit überzeugenden Leistungsbündeln Marktanteile in den Märkten rund um die Versorgung von Erdgas, Strom, Wasser und Wärme zu verteidigen und neue hinzu zu gewinnen.“

Weitere Informationen zur Studie „Kriegesmann, B./Thomzik, M.: Entwicklungspotentiale in der Zusammenarbeit von Handwerksbetrieben und Stadtwerken, Bochum 2003“ erhalten Sie direkt beim Institut für angewandte Innovationsforschung e.V., Bochum.

Institut für angewandte Innovationsforschung (iAi) e.V.
Buscheyplatz 13
D–44801 Bochum

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Internet: http://www.iai-bochum.de

Vgl. auch das IAI-Presse-Echo:
Handwerkskammer Aachen