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Regelungsdickicht fordert KMU - Professionalisierung ist gefragt!Im betrieblichen Alltag werden Unternehmen mit einer Flut von Gesetzen und Verordnungen des Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzes konfrontiert. Um in diesem Gesetzesdschungel den Durchblick zu behalten, ist ein professionelles Regelungsmanagement notwendig. Dass hier aber insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) vieles im Argen liegt, zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für angewandte Innovationsforschung (IAI). Bei 80% der befragten Unternehmen ist der Umgang mit Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzregelungen defizitär. Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm: Die fehlende Professionalisierung führt zu verspäteten Kundenbelieferungen, zu Verzögerungen bei der Markteinführung neuer Produkte oder sogar zum Abbruch von Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Die Bochumer Innovationsforscher haben fast 200 kleine und mittelständische Unternehmen der chemischen Industrie nach ihrem Umgang mit Regelungen des Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzes (ARGUS-Regelungen) befragt. Die Untersuchung bestätigt, was vielerorts gedacht, aber nur selten ausgesprochen wird: Im Umgang mit diesen Regelungen sichert häufig nur der Mut zur Lücke das Überleben. So gibt die Hälfte der untersuchten KMU offen zu, nicht alle unternehmensrelevanten ARGUS-Regelungen einzuhalten und immerhin noch 20% der Betriebe ignorieren einzelne Regelungen bewusst. Hier nur den Unternehmen den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist angesichts von mehr als 3.000 Gesetzen und Verordnungen auf EU-, Bundes-, Landes- und Kommunalebene allein im Umweltrecht sicherlich ungerechtfertigt. Aber auch der verständliche Ruf der Industrie nach Deregulierung greift letztendlich zu kurz. Denn in Zukunft ist davon auszugehen, dass eine stetige Flut neuer Regelungen den betrieblichen Handlungsdruck weiter erhöht und eine – bisher lediglich angestrebte – Deregulierung allenfalls zu Teilerfolgen führt. Prof. Staudt resümiert: "Im Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz auf Deregulierung zu hoffen, ist wie das Warten auf Godot! Den Unternehmen bleibt nur die Flucht nach vorn, indem sie diese Regelungen frühzeitig berücksichtigen und in die betrieblichen Entscheidungsprozesse und Abläufe aktiv einbeziehen." Die Masse der kleinen und mittelständischen Unternehmen fühlt sich jedoch dem Regelungsdickicht weitestgehend hilflos ausgeliefert und führt dies vor allem auf einen Mangel an praxisgerechten Handlungshilfen zurück. Dass es Strategien und Wege gibt, der Komplexität des Regelungswerks kompetent zu begegnen, zeigen 20% der befragten KMU. Diese von den Bochumer Innovationsforschern als "Professionelle" bezeichneten Unternehmen gehen systematisch mit dem Regelwerk um. Sie verfolgen die Strategie, ARGUS-Regelungen umgehend umzusetzen oder den Regelungsanforderungen sogar voraus zu sein. Sie unterstützen ihre Mitarbeiter bei der Erfüllung der notwendigen Aufgaben durch konkrete betriebliche Vorgaben wie Verfahrens- und Arbeitsanweisungen. Darüber hinaus halten diese Unternehmen die Regelungsanforderungen und unternehmens-spezifischen Konsequenzen in Dokumentationssystemen fest. Die "Profis" führen eine Vielzahl von Maßnahmen wie bspw. die kontinuierliche Überprüfung der aktuellen und zukünftigen Regelungsbetroffenheit durch. Regelmäßige Schulung und Information der Beschäftigten sowie die Zusammenarbeit mit Behörden und Mitarbeit in Ausschüssen stellen sicher, dass die Umsetzung und Einhaltung von ARGUS-Regelungen effektiv gelingt. Um Doppelarbeiten zu vermeiden, werden bei ihnen Teilaufgaben des Regelungsmanagements in bestehende Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme integriert. Im Ergebnis treten bei diesen Unternehmen negative Folgen wie Verzögerungen bei der Markteinführung neuer Produkte oder der Abbruch von Forschungs- und Entwicklungsprojekten nicht oder nur äußerst selten auf. Das Institut für angewandte Innovationsforschung hat die Erfahrungen der Professionellen aufgegriffen und einen Leitfaden entwickelt, der KMU auf dem Weg zu einem professionellen ARGUS-Regelungsmanagement schrittweise begleitet. Die vier zentralen Aufgaben des Regelungsmanagements – Erfassung, Übersetzung, Umsetzung und Kontrolle - werden praxisgerecht aufbereitet und die konkrete betriebliche Anwendung wird durch zahlreiche Instrumente wie z.B. Checklisten angeleitet. Die vollständige Studie "Regelungsbarrieren und Regelungsmanagement in kleinen und mittelständischen Unternehmen der chemischen Industrie" und der Leitfaden "ARGUS-Regelungsmanagement - Leitfaden für das Management von Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzregelungen in kleinen und mittleren Unternehmen" sind über das IAI erhältlich. Kontaktadresse: Institut für angewandte Innovationsforschung (IAI) e.V. Tel. 0234/97117-0 e-mail:
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