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Innovationspreise sind der Offenbarungseid schlecht funktionierender Marktwirtschaften1. Preise können den fehlenden Markterfolg nicht ersetzen In funktionierenden Marktwirtschaften sind Innovationen ein ganz normaler Vorgang. Neue Produkte und Dienstleistungen lösen alte ab. Neue Verfahren, Prozesse und Organisationen verdrängen alte Strukturen, weil sie besser und effektiver sind. In offenen Marktwirtschaften wird diese Anpassung durch Wettbewerb vorangetrieben und getragen von Menschen, die sich davon persönlichen Erfolg versprechen. Sie kommen dabei nicht umhin, den Markt zu bedienen. Er entscheidet über den Erfolg. Das wirtschaftliche Ergebnis ist also Anlaß und Resultat von Innovationen. Sie werden so zur Grundlage von Wohlstand und Prosperität. 2. Können Funktionäre und Beamte den Wert von Innovationen beurteilen? Da selbst wohlmeinende Politiker nicht mehr verteilen können als sie erwirtschaften, eskalierte die Krise. Die Folge war nicht nur Stagnation, sondern wegen Innovationsunfähigkeit der Zerfall der Wirtschaft. 3. Gute Absicht und planwirtschaftliche Arroganz Innovationsschwäche steckt auch hinter der aktuellen Krisensituation im Ruhrgebiet. Neue Arbeitsplätze entstehen nur, wenn mit Produkt- und Dienstleistungsinnovationen neue Märkte erschlossen und durch Prozeßinnovationen Wettbewerbsvorteile erzielt werden, die die standortbedingten Nachteile kompensieren. 4. Statt symbolischer Akte die Rahmenbedingungen für Innovationen verbessern! Die Hoffnung, durch symbolische Akte wie die Verleihung von Innovationspreisen das Innovationsklima zu verbessern, ist also trügerisch. Die Inflation dieser Ersatzanreize ist vielmehr ein Eingeständnis, daß die Rahmenbedingungen nicht besonders innovationsfreundlich sind. Innovationen rentieren sich nicht, also überläßt man den Steuerungsprozeß dem Staat und seiner Bürokratie. Inzwischen gehen Deutschland die Innovatoren aus , es fehlt zunehmend an kompetentem Nachwuchs, der die technisch-wirtschaftliche Erneuerung betreiben könnte. Die wohlmeinenden Ersatztruppen der Preisverleiher können daran nicht viel ändern, ja sie verschärfen unbewußt die Situation: Wenn sich Politiker und Funktionäre im Glanz einzelner Positivereignisse sonnen, verdrängen und verschieben sie den in der Krise anstehenden Veränderungsdruck. Das entlastet vordergründig und hebt die Stimmung, ist aber trotz guter Absicht letztlich nur eine Alibiveranstaltung. Was diese Gesellschaft braucht für den anstehenden wirtschaftlichen Wandel und neue Arbeitsplätze, sind nicht Preise und Auszeichnungen, die Innovation als Aus-nahme bestätigen, sondern Rahmenbedingungen, die Innovationen zum All-tag des Wirtschaftsgeschehens machen. Kontaktadresse: Institut für angewandte Innovationsforschung (IAI) e.V. Tel.: 0234/97117-0 e-mail:
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