IAI Schriftenreihe "Innovation - Forschung und Management" - Band 17
Muschik, C.:
Organisationale Kompetenz -
Ein Beitrag zur Strukturierung organisationaler Kompetenz und Kompetenzentwicklung
Bochum 2002.
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit
2 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN ORGANISATIONALER KOMPETENZ
2.1 Die Aufbereitung ausgewählter Ansätze des „Competence-based View“ i.w.S.
2.1.1 Organisationales Wissen
2.1.2 Organisationale Routinen
2.1.3 Individuelle Systemkompetenz
2.1.4 Ressourcen
2.1.5 Organisationale Fähigkeiten
2.1.6 Organisationale Kompetenz
2.1.7 Kernkompetenzen
2.1.8 Verfügbarkeit als Ausdruck organisationaler Bereitschaft
2.1.9 Koordinationskompetenz
2.1.10 Emergente Organisationseigenschaften
2.1.11 Organisationale Intelligenz
2.1.12 Organisationales Werte- und Normengefüge (Kultur)
2.1.13 Zusammenfassung der Ergebnisse des Untersuchungsschrittes
2.2 Die Aufbereitung der organisatorisch-strukturellen Dimension organisationaler Kompetenz
2.2.1 Strukturale Beschreibung
2.2.2 Funktionale Beschreibung
2.2.3 Faktororientierte Beschreibung
2.2.4 Hierarchische Beschreibung
2.2.5 Zusammenfassung der Ergebnisse des Untersuchungsschrittes
3 KONZEPTIONELLE ÜBERLEGUNGEN ZU ORGANISATIONALER KOMPETENZ
3.1 Organisationale Eigenschaften
3.2 Ressourcen i.e.S.
3.3 Organisationale Fähigkeit
3.3.1 Individuelle Handlungsfähigkeit
3.3.2 Technologische Leistungsfähigkeit
3.4 Verfügbarkeit
3.4.1 Individuelle Handlungsbereitschaft
3.4.2 Technologische Einsatzbereitschaft
3.5 Organisatorische Innenkopplungen
3.5.1 Sachbezogene Innenkopplungen
3.5.2 Soziale Innenkopplungen
3.5.3 Sachbezogene und soziale Innenkopplungen
3.6 Organisatorische Außenkopplungen
3.6.1 Sachbezogene Außenkopplungen
3.6.2 Soziale Außenkopplungen
3.6.3 Sachbezogene und soziale Außenkopplungen
3.7 Das Zusammenwirken einzelner Bausteine organisationaler Kompetenz
4 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN ZUR FORMIERUNG ORGANISATIONALER KOMPETENZ
4.1 Eine Bestandsaufnahme zum Handlungsverständnis auf Organisationsebene
4.1.1 Institutionen als Regel- und Handlungssysteme
4.1.2 Das Lebenszykluskonzept
4.1.3 Handlungsbeschreibende Phasenmodelle
4.2 Konzeptionelle Überlegungen zum Handlungsverständnis auf Organisationsebene
4.3 Die Ableitung eines Deskriptions- und Analyserasters zur
strukturierten Erfassung von Entwicklungsprozessen
4.3.1 Alternative Vorgehensweisen der Entwicklung
4.3.1.1 Entwicklung durch Trial and Error
4.3.1.2 Konstruktivistisch-formalisierte Entwicklung
4.3.2 Alternative Ausrichtungen der Entwicklung
4.3.2.1 Handlungsvorgelagerte Entwicklung
4.3.2.2 Handlungsimmanente Entwicklung
4.3.2.3 Handlungsnachgelagerte Entwicklung
4.3.3 Die inhaltliche Ausgestaltung des Deskriptions- und
Analyserasters – unterschiedliche Entwicklungsformen
4.3.4 Die Einordnung flankierender Supportmaßnahmen
4.4 Zusammenfassung der Ergebnisse des Untersuchungsschrittes
5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Problemstellung
In den letzten Jahren ist der Druck zur Veränderung in weiten Bereichen der Wirtschaft gestiegen: Neue Technologien drängen zur Anwendung, Nachfragestrukturen verschieben sich, und Wertschöpfungsketten werden neu formiert. Es kommt zu einer Neuordnung der Arbeitsteilung zwischen traditioneller, industrieller Produktion und dem Dienstleistungsbereich. Mit dem Neuverschnitt von Branchen und Leistungen stehen gewachsene Funktionsaufteilungen zur Disposition, und spezialisierte Kompetenzen, die bisher die Wettbewerbsfähigkeit sicherten, werden entwertet oder relativiert.
Alte Strukturen zerfallen dabei nicht nur infolge unterschätzter Veränderungsdynamik, sondern weil
• durch Funktionsübernahme und -wechsel neue Wettbewerber in angestammten Feldern auftauchen,
• durch größere räumliche Reichweiten Aktions- und Wettbewerbssituationen neu dimensioniert werden,
• gewohnte Zeitabläufe hinfällig werden, wenn z.B. die Produktion durch Kunden gesteuert wird oder auch Dienstleistungen auf Vorrat erstellt werden können.
In Feldern wie Informations- und Kommunikationstechnik, Biotechnologie, Medienindustrie, Finanzdienstleistungen oder Handel und Logistik vollziehen sich Formierungsprozesse, durch die klassische Akteure in Marktnischen abgedrängt werden oder ganz vom Markt verschwinden.
Gerade Unternehmen, die sich in der Vergangenheit allein darauf konzentriert haben, bestehende Produkt- und Dienstleistungsprogramme zu optimieren und Rationalisierungspotenziale in der Produktion zu erschließen, geraten zunehmend unter Druck. In vielen Bereichen sind die Auswirkungen der Veränderung bestehender Wertschöpfungsstrukturen dabei so gravierend, dass nicht nur Positionen einzelner Unternehmen bedroht sind, sondern sich ganze Branchen an einem Scheidepunkt ihrer Entwicklung befinden.
Beispiel hierfür sind Entwicklungen, die sich zur Zeit unter dem Schlagwort Facility Management vollziehen. Traditionell bieten Industrie- und Dienstleistungsunternehmen in den Branchen rund um die Immobilie isolierte Teilleistungen an. Zwischen den beteiligten Unternehmen liegt eine historisch gewachsene bzw. durch normative Rollenverteilung und Branchen- bzw. Gewerkegrenzen gefestigte Arbeitsteilung vor, die über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie ein Angebot mit Leistungslücken und Schnittstellenproblemen hervorruft.
Angesichts derartiger Unzulänglichkeiten und getragen von massiven Wachstumserwartungen versuchen zahlreiche Anbieter(-verbünde), bisher isoliert erbrachte Teilleistungen unter dem Label Facility Management zu integrieren. Ganzheitliche Konzepte der Gebäudebewirtschaftung von der Planung bis zum Abriss sollen den milliardenschweren Markt revolutionieren. Gekoppelt mit Outsourcing-Tendenzen im gewerblichen und öffentlichen Bereich führt das zu massiven Bewegungen in den Märkten und Konkurrenzkonstellationen rund um die Immobilie bzw. zu einem Verwischen der Grenzen bestehender Wertschöpfungsketten in diesem Bereich. Der Wettbewerb zwischen Unternehmen einer Branche bzw. zwischen Handwerksbetrieben aus einem Gewerk entwickelt sich dabei zum Wettbewerb um Wertschöpfungspositionen quer über klassische Segmentierungen bzw. Kategorisierungen des Wirtschaftsgeschehens hinweg. Die Wettbewerbsfelder werden völlig neu definiert.
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