Hintergund zum Kompetenzbereich »Innovationsmanagement«

Über nichts ist derzeit so schnell Einvernehmen zu erzielen wie über die Notwendigkeit von Innovationen. Die konjunkturelle Krise von heute lässt Versäumnisse von gestern sichtbar werden. Produkte, die im internationalen Wettbewerb nicht bestehen können und wegbrechende Märkte erhöhen den Druck zur Innovation. Weil aber beim Innovieren schnell klar wird, dass man bestehende Strukturen in Frage stellt und der Verlust liebgewordener Privilegien droht, werden echte Innovationen verschoben solange es geht. Marginale Verbesserungen und Rationalisierungsinnovationen sind dann das höchste Maß an Entwicklung, während Sprunginnovationen im Sinne eines Aufbruchs zu Neuem kaum vorankommen. Die Beharrungskräfte des Alten unterdrücken Ausbrüche aus vielfach nicht einmal bewährten, aber altbekannten Bahnen. Kostenorientierung und die Vordringlichkeit des Kurzfristigen drohen zu Lasten notwendiger Investitionen in die Zukunft zu gehen.

Unter dem Druck von Downsizing, Outsourcing und weiteren, auf das Ausschöpfen letzter Ra-tionalisierungsreserven bedachten Strategien, laufen Unternehmen Gefahr, sich in einen Zustand höchster Effizienz, aber auch höchster innovatorischer Inkompetenz hineinzumanövrieren. Eine gesunde Schlankheitskur im Routinebereich droht in eine krankhafte Magersucht im Innovationsbereich („Lean Innovation“) umzuschlagen. Wenn Fach- und Führungskräfte ihrer letzten innovatorischen Freiräume beraubt werden, fehlt die Zeit, „über den Tellerrand“ zu schauen und Wege zu Neuem vorzubereiten. Die bestehende Kultur der Rationalisierung blockiert so den Aufbruch zu Neuem. Wer aber, um im Preiswettbewerb zu bestehen, im Innovationswettbewerb gar nicht an den Start geht, wird kaum nachhaltig erfolgreich sein können. Wenn man Innovationen aktiv vorantreiben will, setzt das voraus,

  • sich selbst jenseits des Mainstreams und der kurzfristigen Erwartungen der Finanzmärkte zu orientieren, statt von außen vorgegebenen Entwicklungspfaden (auf die sich das „Hauptfeld“ begibt) zu folgen,
  • die Umsetzung der angestrebten Positionierung am Markt in einem komplexen Umbauprozess der bestehenden Technik- und Organisationskonfigurationen, der Außenschnittstellen zum Markt, vor allem aber der Mitarbeiterkompetenzen auch zu realisieren.

Dieses potenzialorientierte, ganzheitliche Innovationsverständnis ist am IAI frühzeitig in zahlreichen Vorhaben zur Analyse und Begleitung von Innovationsprozessen auf Unternehmensebene umgesetzt und weiterentwickelt worden. Mit der Darstellung obiger Projekte möchten wir Ihnen einen Einblick in die Strategien, Methoden und Instrumente des einzelbetrieblichen Innovationsmanagements verschaffen.


Projekte Innovationsmanagement

Projekt InVest
Innovationstreiber Mitbestimmung?
Widerstand gegen den Widerstand: Strategien gegen das „Versanden“ innovativer Ideen
Produktinnovation: Umsetzungsbarrieren durch Simultaneous Venturing überwinden
Gestaltung innovationsorientierter Lernkulturen
Das Management von Intellectual Property beginnt mit der Führung von Inventoren
Patentmanagement als Innovationstreiber
Vom Betrieblichen Vorschlagswesen zum Ideenmanagement
„Big Ideas“ erkennen und Flops vermeiden – Bewertung von Innovationsideen
Flops trotz oder wegen Marktforschung?
„Open Innovation“: Offene Fragen zur Öffnung betrieblicher Innovationsprozesse
Kundenorientierung auf dem Prüfstand
Nach dem Boom die Bodenlandung? - »Customer Relationship Management« zwischen Mythos und Machbarkeit
Einflussfaktoren und Handlungsbedarfe für Innovationen zum nachhaltigen Wirtschaften
Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Facility Management-Branche