Hintergund zum Kompetenzbereich »Innovationspolitik«

Die innovationspolitischen Aktivitäten in Deutschland sind vor allem dominiert von dem Wunsch, Innovationen zu beschleunigen und „schlummernde“ Innovationspotenziale zu aktivieren. Gesucht werden Möglichkeiten zur Beeinflussung von Innovationsprozessen und zur Gestaltung von Innovationssystemen. Als Schlüsselfaktor hat die Forschungs- und Technologiepolitik den Wissens- und Technologietransfer entdeckt und versucht, durch umfangreiche Maßnahmen fördernd auf die Umsetzung von Forschungsergebnissen aus der Wissenschaft in eine breite industrielle Anwendung einzuwirken.

Gegenstand der Forschungsarbeiten des IAI im Kompetenzbereich „Innovationspolitik“ ist vor diesem Hintergrund die Analyse von Innovationsprozessen mit dem Ziel, Ansatzpunkte für die Gestaltung förderpolitischer Maßnahmen aufzuzeigen. In zahlreichen Projekten zur Aus- und Bewertung von Förderprogrammen und -maßnahmen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene hat das IAI sowohl zur (Weiter-)Entwicklung von Evaluationsinstrumenten und -methoden beigetragen als auch Impulse für die Gestaltung der Innovationspolitik geliefert.

Als ein zentrales Ergebnis der Arbeiten konnte aufgezeigt werden, dass die vorherrschenden Ansätze zur Unterstützung von Innovations- und Technologietransferprozessen kaum auf die spezifischen Bedarfe der Adressaten zugeschnitten sind. Die hohe Angebotsorientierung im System der Innovationsförderung führt zu „Insider-Outsider-Konstellationen“: Insider-Unternehmen kennen die „Spielregeln“ des Transfer- und Fördersystems und partizipieren bzw. profitieren überdurchschnittlich von den staatlich finanzierten Leistungen. Demgegenüber finden anwen-dungsorientierte Outsider-Unternehmen nur schwer Zugang in Transfer- und Fördernetzwerke. Dadurch kommt es zur Etablierung einer weitgehend geschlossenen, forschungsorientierten Technologie-Szene. Die förderpolitisch beabsichtigte breite Umsetzung von FuE-Ergebnissen bzw. neuen Technologien in die industrielle Anwendung findet deshalb nur zögerlich statt.

Als Alternative zu den angebotsorientierten Instrumenten und Maßnahmen der aktuellen Innovationspolitik entwickelt das IAI Ansätze einer nachfrageorientierten Forschungs- und Technologiepolitik. Durch „Nachfrageformierung“, d.h. die Bündelung der Nachfrage von Unternehmen mit gleichen bzw. ähnlichen Problemen wird die Option eröffnet, problemorientiert auf vorhandene Problemlösungsangebote zuzugreifen. Im Ergebnis kann damit das Potenzial der Forschungs- und Technologieförderung effizienter und effektiver ausgeschöpft werden.


Projekte Innovationspolitik

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Förderung des Innovationstransfers im Schulsystem
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