Hintergund zum Kompetenzbereich »Kleine und mittlere Unternehmen«

Der strukturelle Wandel wird wesentlich durch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) getragen, die mit neuen Sach- und Dienstleistungen, Verfahren oder organisatorischen Lösungen kostengünstiger produzieren als die Konkurrenz, neue Märkte erschließen und damit Beschäftigung sichern oder neue Arbeitsplätze schaffen. Dabei ist nicht der Mittelstand der dynamisierende Faktor, sondern ein innovativer Rand, der durch vielfältige Versuchs- und Irrtumsprozesse in der Summe Entwicklungen vorantreibt. Insbesondere KMU werden jedoch mit sehr spezifischen Problemen und vielfältigen Innovationswiderständen konfrontiert. Bei der Entwicklung und Vermarktung neuer Sach- und Dienstleistungen sowie bei der Anwendung neuer Techniken stoßen KMU auf zentrale Ressourcen-Engpässe in den Phasen der Forschung und Entwicklung, Produktion sowie Markteinführung. Diese Ressourcen-Defizite drücken sich u.a. in den Bereichen Technologie, Kompetenz, Finanzen und Marktzugang aus.

Angesichts der besonderen Bedeutung und Bedingungen von KMU im Strukturwandel analysiert das IAI im Kompetenzbereich „Kleine und mittlere Unternehmen“ die spezifische Innovations-situation von KMU – sei es im Kontext regionaler oder sektoraler Entwicklungen, der Einfüh-rung neuer Techniken, der spezifischen Weiterbildungssituation, des Fachkräftemangels etc. – und erarbeitet Konzepte zur Bewältigung KMU-typischer Innovationsprobleme.

Exemplarische Untersuchungs- und Anwendungsfelder der Arbeiten des IAI sind insbesondere entwicklungsdynamische Branchen und Technologiefelder wie der Versorgungsbereich, die Druck- und Medienindustrie, die Mikrosystemtechnik, die Telekommunikationsindustrie, die Biotechnologie etc. Ebenfalls im Fokus des Kompetenzbereichs „Kleine und mittlere Unternehmen“ stehen Innovationsprozesse im Handwerk wie z.B. die Neuformierung von Einzelgewerken zu Systemleistungsanbietern für die Gebäudebewirtschaftung oder die Etablierung von Servicestrukturen für neue Technologien.

In diesen innovativen Bereichen verändern sich Strukturen von Wertschöpfungsketten, es entstehen neue Geschäftsfelder, Angebots- und Nachfragekonstellationen verändern sich, und neue Kompetenzprofile auf individueller und organisationaler Ebene werden verlangt. Die damit verbundenen Orientierungs- und Umsetzungsprobleme hat das IAI in einer Vielzahl von Projekten analysiert und Lösungsansätze erarbeitet.

Die erzielten Ergebnisse sind beispielhaft und auf KMU in anderen Branchen mit ähnlichen Strukturen und hoher Entwicklungsdynamik, wie die technologieorientierte Gründungsszene, die sogenannte New Economy etc., übertragbar sowie prototypisch für Innovationen in Großunternehmen. Zur Orientierung und Entscheidungsunterstützung in diesen dynamischen Bereichen untersucht das IAI Entwicklungsbarrieren sowie -potenziale und entwickelt praxisgerechte Handlungshilfen für innovative kleine und mittlere Unternehmen.


Projekte Kleine und mittlere Unternehmen

Neupositionierung in Wertschöpfungsketten
Kooperative Gestaltung von Systemleistungen
Entwicklungspotentiale in der Zusammenarbeit zwischen Stadtwerken und Handwerksbetrieben
Der Beitrag der Weiterbildung zur Personal-, Organisations- und Unternehmensentwicklung
Kompetenzinitiative Biotechnologie