Hintergrund zum Kompetenzbereich »Kompetenzentwicklung«

In den Forschungsarbeiten des IAI kristallisierte sich bereits Anfang der 80er Jahre heraus, dass die Kompetenz der Fach- und Führungskräfte den zentralen Engpassfaktor bei dynamischen Veränderungen darstellt. Vor diesem Hintergrund hat das IAI in den letzten Jahren einerseits grundlegende Fragestellungen zum Verhältnis von Kompetenz und Innovation bearbeitet. Auf der anderen Seite wurden die dabei entwickelten Modelle und Instrumente in verschiedenen Bereichen angewendet bzw. getestet. Mit seiner betriebswirtschaftlichen Perspektive ergänzt das IAI die bislang vornehmlich sozialwissenschaftlichen und pädagogischen Arbeiten zum Themenfeld Kompetenzentwicklung. Durch seine umfangreichen Forschungsaktivitäten zum Zusammenhang von Kompetenz und Innovation hat das IAI wesentlich daran mitgewirkt, dass dieser Aspekt in der Innovationsforschung und -politik zunehmend Berücksichtigung findet.

Zur Strukturierung und Erfassung der Bestandteile von Kompetenz zur Innovation wurde ein Modell entwickelt, das individuelle Kompetenz als Ergebnis des Zusammenwirkens von Persönlichkeitseigenschaften, explizitem Wissen und Erfahrung, der Handlungsbereitschaft und einer organisatorisch definierten Zuständigkeit erklärt. Dieses Modell wurde in verschiedenen Projekten zur systematischen Analyse von Anforderungsprofilen und Kompetenzdefiziten herangezogen. In empirischen Untersuchungen wurde offengelegt, dass weniger Wissens-, sondern vor allem Erfahrungsdefizite der Mitarbeiter die Entwicklung innovationsaktiver Unternehmen be- bzw. verhindern. Zur Förderung der Employability (Beschäftigungsfähigkeit) in dynamischen Wirtschaftsbereichen kommt daher vor allem der Professionalisierung des praktischen Erfahrungserwerbs eine herausragende Bedeutung zu. Das klassische Instrumentarium der traditionellen Aus- und Weiterbildung ist jedoch hoch professionalisiert auf den gut beeinflussbaren Bereich des expliziten Wissens ausgerichtet. Für die Vermittlung von Erfahrung als dominant handlungsbestimmendem Kompetenzbestandteil fehlen analoge Entwicklungsmuster, die Zusammenhänge sind in Teilbereichen noch gar nicht transparent. Ebenfalls offen ist, welche Muster der Arbeitsgestaltung und Unternehmensorganisation existieren, die die Kompetenz zur Innovation auf individueller und Unternehmensebene fördern, und wie einzelne Kompetenzentwicklungsmaßnahmen unter Effektivitäts- und Effizienzkriterien zu bewerten sind.

Vor diesem Hintergrund befassen sich aktuelle Arbeiten des IAI mit

  • den Zusammenhängen zwischen Systemkompetenz und Innovation,
  • den Quellen und Vermittlungswegen von Kompetenzen und
  • der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von Kompetenzentwicklung.

Projekte Kompetenzentwicklung

Balance von Innovation und Tradition statt Abbruch von Routinen
Gestaltung innovationsorientierter Lernkulturen
Systemkompetenz und Innovation
Kompetenzentwicklung in High-Tech-Feldern: Wissenschaftliche Weiterbildung neu ausrichten
Informelles Lernen
Partisanenstrategie
Kreativer Fehler
Bewertung von Kompetenzentwicklung