Extensivierung und Intensivierung von Arbeit als Folge Partizipativen Managements

Partizipatives Management gilt nicht länger lediglich als »humaner« Gegenentwurf zu den restriktiven Arbeitsbedingungen tayloristischer Prägung, sondern ist vor dem Hintergrund eines zunehmenden Wettbewerbsdrucks mittlerweile auch zentraler Gegenstand eines neuen Managementverständnisses in den Unternehmen. Durch die Programmatik neuer Managementkonzepte erscheint es so, als fänden Ordnungsvorstellungen aus der Human Relations-Bewegung – mit enormer Verspätung – Eingang in die wirtschaftswissenschaftliche Disziplin und in die betriebliche Praxis. Im Kern wird davon ausgegangen, dass die Umsetzung partizipativer Organisationsformen neben der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit auch zu einer höheren Arbeitszufriedenheit und einer geringeren Belastung der Beschäftigten durch eine weitgehend selbstbestimmte Arbeit führt.
Auf der Basis von primärstatistischen Daten (N=356) wurde der Zusammenhang zwischen Partizipation, Arbeitszufriedenheit und Belastung in neuen Organisationsformen am Beispiel von Beschäftigten in Beratungsunternehmen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die in den neuen Managementkonzepten vertretene Vorstellung, man könne klassische sozialwissenschaftliche Forschungsbefunde bezüglich der Zusammenhänge von Partizipation, Arbeitszufriedenheit und Belastung auf neue Formen der Arbeit anwenden oder übertragen, als unzutreffend erweist. Das für neue Arbeitsformen beobachtete partizipative Management zielt weniger auf eine »humane« Arbeit ab, sondern forciert vielmehr ihre Extensivierung und Intensivierung.

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Veröffentlichungen: in Vorbereitung